Winter
Kaum wird es draußen kalt, kommt das Thema zurück: Strom und Gas. Und diesmal gibt es dafür handfeste Gründe. Die Bundesnetzagentur meldete für den 29. Oktober 2026 einen Gasspeicher-Füllstand von 60,8 Prozent, obwohl das Gesetz zum 1. November grundsätzlich 80 Prozent vorsieht. Das Ziel wurde also deutlich verfehlt. Für sechs bestimmte Speicher gilt allerdings ein niedrigeres Ziel von 45 Prozent.
Dazu kommt der Markt: Die Gaspreise in Europa sind auf den höchsten Stand seit Ende 2022 gestiegen. Gründe sind gestörte Lieferwege im Nahen Osten, starke Nachfrage aus Asien und die Aussicht auf einen kälteren November.
Kein Grund zur Panik, aber ein guter Moment, die eigenen Verträge anzuschauen.

Auch beim Kochen mit Gas wird Energie verbraucht. Ein bewusster Umgang mit dem Gasherd kann helfen, den Verbrauch im Alltag zu reduzieren. Bildquelle: Canva.
Wie sicher ist die Gasversorgung?
Zuerst die Entwarnung: Ein niedriger Speicherstand bedeutet nicht automatisch, dass Wohnungen im Winter nicht ausreichend mit Gas versorgt werden. Die Bundesnetzagentur stuft die Versorgungslage derzeit als stabil ein.
Die Sorge ist eher eine finanzielle als eine der Versorgungssicherheit. Ein niedriger Füllstand wird wirtschaftlich relevant, wenn Händler später größere Mengen zu schlechteren Preisen beschaffen müssen. Das führt aber nicht automatisch zu einem bestimmten Aufschlag für Privathaushalte. Entscheidend sind außerdem das Wetter und die Dauer der Kältephase: Je länger es frostig bleibt, desto mehr wird verbraucht. Die geplante strategische Gasreserve des Bundes dürfte erst frühestens 2027 greifen. Einen zusätzlichen Puffer gibt es diesen Winter also noch nicht.
Vergleicht eure Tarife schnell und einfach und sichert euch den Preis, der zu euch passt.
Und beim Strom?
Strom und Gas hängen enger zusammen, als viele denken. In vielen Stunden bestimmen Gaskraftwerke nach dem Merit-Order-Prinzip den Strompreis an der Börse. Wird Gas teurer, zieht Strom oft nach.
Immerhin gab es Entlastung: Anfang 2026 wurden die Netzentgelte gesenkt, wodurch Strom günstiger wurde. Neukunden zahlten im Sommer deutlich weniger als noch 2024: Im Juli lag der bundesweite Durchschnitt im günstigsten Tarif bei etwa 25,65 Cent pro kWh. Der Branchenverband BDEW meldete in seinem Quick-Check vom 7. Oktober allerdings wieder steigende Preise für Haushaltskunden am aktuellen Rand.
Kurz gesagt: Die Preise sind im Vergleich zur Krise von 2022 niedriger, aber der Trend zeigt gerade wieder nach oben. Wer jetzt noch in einem alten oder teuren Vertrag steckt, zahlt unnötig drauf.
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Der Stromzähler erfasst den Stromverbrauch im Haushalt und liefert wichtige Werte für die Abrechnung und die Kontrolle der Energiekosten. Bildquelle: Canva.
Wer besonders aufpassen sollte
Am meisten Vorsicht ist bei der Grundversorgung geboten, denn sie kann weiterhin besonders teuer sein. Wer nie aktiv einen Tarif gewählt hat, landet automatisch dort. Kommt eine Preisanpassung per Post, müssen Versorger sie vorher schriftlich ankündigen, und ihr habt in der Regel ein Sonderkündigungsrecht.
Auch Haushalte mit knappem Budget sollten genau hinschauen: Entscheidend ist, ob höhere Kosten am Ende in einer steigenden Vorauszahlung oder einer Nachforderung landen. Prüft deshalb eure Abschläge regelmäßig. Beim Heizen mit Erdgas kommt außerdem weiterhin der nationale CO₂-Preis dazu, der 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegt.

Ein genauer Blick auf Rechnungen und Verbrauchskosten hilft dabei, unnötige Ausgaben zu erkennen und Einsparpotenziale im Haushalt zu entdecken. Bildquelle: Canva.
Anbieterwechsel: So geht’s in wenigen Schritten
Los geht’s mit einem Blick auf die letzte Jahresabrechnung: Dort stehen euer Jahresverbrauch, die Laufzeit und die Kündigungsfrist. Mit diesen Daten vergleicht ihr Tarife, und zwar nicht nur nach dem Arbeitspreis, sondern auch nach Grundpreis, Preisgarantie, Vertragslaufzeit und Bonusbedingungen. Eine Preisgarantie schützt vor Erhöhungen mitten im Winter, eine kurze Bindung hält euch flexibel.
Habt ihr euch entschieden, übernimmt der neue Versorger in der Regel die Kündigung beim alten, und Strom und Gas fließen ununterbrochen weiter. Notiert zum Wechsel den Zählerstand und behaltet danach eure Abschläge im Blick.
7 Spartipps, die sofort wirken
Auch beim besten Tarif gilt: Die günstigste Kilowattstunde ist die, die ihr nicht verbraucht.
- Raumtemperatur im Blick behalten: Schon ein Grad weniger spart spürbar Heizenergie. Als Faustregel gelten rund 6 Prozent.
- Thermostate nutzen: Programmierbare oder smarte Thermostate heizen nur, wenn ihr zu Hause seid.

Die richtige Raumtemperatur spielt beim Energiesparen eine wichtige Rolle. Schon kleine Anpassungen am Thermostat können den Heizverbrauch senken. Bildquelle: Canva.
- Heizkörper entlüften: Gluckert es, arbeitet die Heizung nicht effizient.
- Richtig lüften: Mehrmals täglich stoßlüften statt Fenster dauerhaft kippen.
- Zugluft stoppen: Dichtungen an Fenstern und Türen kosten wenig und bringen viel.
- Stand-by abschalten: Schaltbare Steckerleisten für TV, Konsole und Co. lohnen sich.
- Warmwasser sparen: Sparduschkopf und Perlator senken Warmwasserverbrauch und Kosten.
Dynamische Tarife & Co.: Lohnt sich das?
Wer ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe hat, kann mit zeitvariablen Tarifen sparen, weil der Strompreis dann an die Börse gekoppelt ist und ihr Verbrauch in günstige Stunden verlegen könnt. Der Haken: Bei hohem Verbrauch in teuren Stunden kann es auch teurer werden. Für normale Haushalte ohne flexible Großverbraucher ist ein klassischer Festpreistarif mit Preisgarantie meist die entspanntere Wahl.
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Fazit
Der Winter 2026/27 startet mit niedrigeren Gasspeichern und steigenden Preisen, aber ohne Grund zur Panik. Die Versorgung gilt aktuell als stabil, doch wer sich jetzt um Tarif, Abschläge und Verbrauch kümmert, geht deutlich entspannter in die kalte Jahreszeit. Nehmt euch einen Abend Zeit: Verträge prüfen, Tarife vergleichen, ein paar Heizgewohnheiten anpassen. Das spart oft mehr, als man denkt.
Hinweis: Preise und Konditionen können sich jederzeit ändern. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: 4. November 2026.
