Es gibt viele Gründe eine Sprache lernen zu wollen: Schule, Arbeit, Freunde oder einfach Interesse an einem Land oder einer Kultur. Leider ist es aber nicht immer ganz einfach, seine neue Zielsprache zu lernen. Entweder man weiß gar nicht wie man Anfangen soll, oder man bleibt irgendwann stecken. Da ich selbst schon einige Sprachen gelernt habe, unterrichtet habe und ein sprachwissenschaftliches Studium hinter mir habe, gebe ich euch heute ein paar echte Profi-Tipps wie ihr erfolgreich Sprachen lernen könnt.
Egal ob Sprachreise ins Ausland oder Schultasche – bei Koffer-Kopf bringt ihr alles unter
Tipp 1 – Den eigenen Lerntyp finden

Kombiniertes Lernen durch unterschiedliche Methoden ist besonders effektiv. Bildquelle: unsplash.com
Ganz zu Beginn ist es wichtig, sich über sein eigenes Lernverhalten bewusst zu werden. Traditionell wird dabei in Lerntypen unterschieden: auditiv, visuell, kommunikativ oder motorisch. Hierbei ist wichtig zu beachten, dass der Lerntyp eher eine Tendenz darstellt, und die meisten Menschen eher eine Mischung aus allen Typen sind. Häufig dominieren dabei trotzdem einer oder mehrere Typen bei uns. Hier eine kurze Liste, was welcher Lerntyp bedeutet:
- Auditiv: diese Lerner merken sich am besten, was sie hören
- Visuell: bedeutet, es bleibt im Kopf, was man sieht
- kommunikativ: Lernen durch Sprechen und Interaktion
- motorisch: durch aktives Handeln wie Schreiben lernt man leichter
Tipp 2 – Einfach ins Sprachen lernen einsteigen
Ein Koffer ist nützlicher wenn sie leer ist (Lao Tse, in etwa)

Am Anfang muss nicht alles perfekt sein. Bildquelle: unsplash.com
Dieser Schritt klingt logisch, ist aber manchmal schwieriger als man denkt. Wenn ihr neu mit dem Lernen einer Sprache anfangt, solltet ihr erst einfache Dialoge üben. Themen wie „nach der Zeit fragen“, „sich selbst vorstellen“, etc. sind in vielen Übungsbüchern zu finden und beinhalten oft essenzielle Wörter und Strukturen der Sprache. In jeder Sprache gibt es Wörter, die ständig verwendet werden und andere, die man fast nie hört. Am Anfang ist es daher wichtig, dass man mit den häufigsten Wörtern beginnt, dann hat man auch schnell das Gefühl mehr verstehen zu können.
Tipp 3 – Wiederholung, denn Übung macht den Meister

Kurze Lerneinheiten sind effektiver. Bildquelle: unsplash.com
Auch dieser Tipp ist alt bewehrt. Je mehr man übt, desto besser ist man. Bei Sprachen bieten sich Vokabel-Karten oder Post-its an. Dabei am besten in kleinen Mengen arbeiten. Der Mensch kann sich nur für eine beschränkte Zeit konzentrieren. Das hat nichts mit ADHS zu tun, sondern mit der Biologie unseres Gehirns und unseren Überlebensinstinkten. 15-20 Minuten lernen jeden Tag ist oft effizienter als 2 Mal 2 Stunden in der Woche. Also entweder sich 30 Vokabel-Karten schnappen oder vielleicht 10 Objekte im Haus mit Post-its bekleben, dazu auch später mehr.
Tipp 4 – Hören und Nachsprechen
Filme, CDs, Bücher und mehr, auch in Fremdsprachen findet ihr hier
Zum Lernen einer Sprach gehört nicht nur, dass man versteht, sondern auch verstanden wird. Dafür ist es sehr hilfreich Sätze aus der Zielsprache zu hören, entweder über Audiodateien bei einem Lehrbuch, einer App oder Videos aus dem Internet. Einfach versuchen einzelne Sätze nachzusprechen und selbst darauf, achten die Aussprache nachzuahmen. Mein persönlicher Tipp: bei vielen Online Übersetzern gibt es die Möglichkeit, Texte einzusprechen. Einfach einmal ausprobieren in der Zielsprache etwas einzusprechen und schauen, ob das Programm versteht, was ihr sagen wollt, also kommt die passende Übersetzung in eure Muttersprache raus.
Tipp 5 – Wort-Bild-Verknüpfungen schaffen

Post-its sind ein praktisches Hilfsmittel. Bildquelle: unsplash.com
Jetzt komme ich wieder auf Post-its zum Sprachen lernen. Wenn ihr eine visuelle Verbindung zwischen dem, was ihr seht und Wörtern in der Zielsprache schafft, könnt ihr diese schneller abrufen. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Gerade um Haushaltsgegenstände zu lernen könnt ihr Post-its, auf denen nur das entsprechende Wort in der Zielsprache steht, entsprechend anbringen. Beispiel Englisch: an den Kühlschrank kommt ein Post-it mit dem Word „fridge“, an den Fernseher „television“ und so weiter. Oder einfach Treppenstufen, oder ähnliches auf eurem täglichen Weg in der Zielsprache im Kopf mitzählen, so übt ihr jeden Tag die Zahlen.
Tipp 6 – Filme, Videos und Musik in der Zielsprache

Auch durch Videos, Musik und Filme kann man eine Sprache üben. Bildquelle: unsplash.com
Ein gutes Gefühl für die Sprache entwickelt man durch Zuhören. Je mehr ihr hört, desto eher werdet ihr feststellen, dass ihr recht schnell Wörter in der Sprache erkennt, auch wenn ihr sie noch nicht versteht. Damit habt ihr schon den ersten Schritt zum Verständnis der Sprache geschafft. Nach und nach werdet ihr durch Lernen einzelne Wörter, dann Sätze, dann immer mehr verstehen. Dabei sind Filme in der Zielsprache, Musik oder Videos hilfreich. Man lernt schneller, wenn man sich für etwas interessiert. Sucht also nach Videos, Musik oder Filmen in eurer Zielsprache, die euch auch interessieren und versucht zu verstehen. Am aller besten funktioniert das OHNE Untertitel.
Tipp 7 – Über die Zielsprache informieren
Langsam braucht ihr was zum Schreiben, Post-its und Co? Hier findet ihr alles
Jede Sprache hat ihre eigene Geschichte, Entwicklung und Struktur. Deswegen ist es beim Lernen der Sprache hilfreich, sich über die Hintergründe zu informieren. Wie hat sich die Sprache entwickelt? Immer wieder haben Sprachen Gemeinsamkeiten, denn manche Sprachen haben einen gemeinsamen Vorfahren. Sprachen verändert sich ständig und so entstehen immer wieder neue und alte Sterben aus. Jeder, der eine romanische Sprache wie Italienisch gelernt hat, wird schnell Gemeinsamkeiten mit Latein feststellen. Manchmal beeinflussen sich Sprachen auch. Jemand der Afrikaans oder Bahasa Indonesia lernen will, wird feststellen, dass er etliche Wörter kennt. Diese kommen aus dem Holländischen und sind daher ähnlich wie im Deutschen.
Tipp 8 – Schreiben, schreiben, schreiben

Auch ein Lerntagebuch ist hilfreich. Bildquelle: unsplash.com
Wer schreibt, der bleibt, oder eher was man schreibt, bleibt. Durch die motorische Bewegung des Schreibens werden andere Gehirnareale genutzt als beim Lesen oder Sprechen. Wer zusätzlich zum Lesen, Hören und Sprechen Vokabeln und Sätze in seiner Zielsprache schreibt, wird diese sich besser merken. Manchmal kommt hinzu, dass andere Sprachen ein anderes Schriftsystem benutzten und Schreiben übt man nun mal am besten durch Schreiben. Versucht beim Schreiben nicht alles möglichst perfekt zu schreiben, sondern versucht so zu üben, dass das Schreiben in der anderen Sprache für euch bequem ist, es aber auch leserlich bleibt. Führt doch eine Zeit lang ein Tagebuch in der Zielsprache, so übt ihr Schreiben und eure Vokabeln!
Tipp 9 – Texte richtig lesen
Schon mal ein Buch in euerer Zielsprache gelesen? Hier gleich danach suchen
Insbesondere für visuelle Lerntypen ist es praktisch durch Lesen zu lernen. Hier gilt allerdings, wenn ihr Sprachen lernen wollt, dass ihr mit einer gewissen Ambiguitätstoleranz vorgeht. Damit ist gemeint, dass ihr erduldet, dass ihr nicht jedes Wort versteht und jedes unbekannte Wort nachschlagt. Denn wer ständig neue Wörter nachschlägt, stört seinen Lesefluss und für unser Gehirn und den Lernprozess ist es wichtig Wörter aus dem Zusammenhang zu erschließen. Dadurch können wir uns diese Wörter besser merken. Auch sind Übersetzungen nicht immer perfekt, manches kann man nicht 1 zu1 übersetzten. Also ruhig mal auch einen schwierigeren Text wagen!
Tipp 10 – Dialog mit Muttersprachlern

Die beste Methode: das Gespräch mit Muttersprachlern. Bildquelle: unsplash.com
Als Letztes der absolute Klassiker: der Dialog mit Muttersprachlern. Aus der eigenen Muttersprache heraus weiß jeder von uns: so wie in den Lehrbüchern geschrieben wird, oder in den Nachrichten gesprochen wird, ist es nicht immer in der Realität. Zur Sprache gehört auch die Umgangssprache. Welche Wörter werden häufig genutzt? Wie ist die korrekte Aussprache und Intonation? So etwas lernt man am besten im Dialog mit Sprechern der Zielsprache. Wenn ihr zu schüchtern seid, oder es einfach schwierig ist Muttersprachler zu finden, empfehle ich wieder auf Tipp 6 zurückzugreifen. Vielleicht gibt es Blogger oder Influencer in der Sprache, die ihr lernen wollt? Diese benutzten auch oft Umgangssprache.
Alles in allem
Zusammenfassend gesagt: Jeder lernt individuell. Jeder braucht eigene Lernstrategien, bei dem einen hilft dies, bei anderen jenes. Am besten einfach ausprobieren, was euch am meisten hilft. Das Lernen einer neuen Sprache kann, wenn man es richtig macht, ein schöner Prozess sein, der einem einen neuen Blick auf die Welt verschaffen kann. Gerade wenn man in der Schule eine Sprache lernen muss, kann das oft nervig sein. Vielleicht hilft an eine dieser Lernstrategien auszuprobieren, um es wenigstens ein bisschen zu erleichtern. Ich wünsche euch viel Erfolg beim Lernen!
Kaffee gilt als das beliebteste Getränk der Deutschen. Mit rund 162 Liter pro Kopf rangiert der Kaffee unumstritten auf Platz 1, noch vor Wasser und Bier. In den letzten Jahren ist die Kaffeepause, im herkömmlichen Sinne, immer seltener geworden. Was diesen Wandel angetrieben hat und wieso ein ausgiebiges Kaffeekränzchen mit Kaffee und Kuchen vielleicht gar nicht so schlecht ist, erfahrt ihr in unserem heutigen Blog-Artikel.

Ein Kaffeekränzchen kann sich durchaus positiv auf die Work-Life-Balance ausüben
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Um das Dilemma mit der ausbleibenden Kaffeepause zu verstehen, sollten wir erst einmal anschauen, was man noch vor gar nicht so langer Zeit unter einer Kaffeepause verstanden hat. Die sogenannte „Kaffeepause“ existiert schon genauso lange, wie der Kaffee selbst. Aber jede Kultur, definiert diese Kaffeepause etwas unterschiedlich. Doch eines haben sie alle gemein: der Kaffee ist meist nur Nebensache.
Bei einem schönen, großen Stück Torte wurde sich über aktuelle Neuigkeiten, und ja, auch manchmal über Klatsch und Tratsch, ausgetauscht. Bilder wie diese bekommen wir heutzutage eigentlich nur noch sonntags in der Fußgängerzone zu sehen. Vor einigen Jahren freuten sich besonders die Arbeitgeber auch werktags auf die verdiente Kaffeepause.
Mit dem rasanten Aufstieg des Coffee-To-Go und diverser angesagter Kaffeehäuser war das Ende der Kaffeezeit schon besiegelt. Überall sind sie zu sehen: Menschen mit To-Go-Bechern, Thermotassen oder sogar erfrischenden Kaffeekaltgetränken. Nimmt man während der Arbeitszeit einen Kaffee zu sich, geschieht dies vermehrt am Arbeitsplatz – es bleibt noch nicht mal Zeit, den Kaffee gemeinsam mit Kollegen im Pausenraum zu genießen. Der Genuss des leckeren Heißgetränks kommt also vorwiegend zu kurz.

Der gemütliche Austausch bei einer Tasse Kaffee ist in vielen Ländern Tradition
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Der Konsens ist, dass Kaffeepausen die Konzentration der Angestellten störe und eher eine größere Ablenkung als eine Bereicherung für die Produktivität darstellt. Mehrere Studien belegen, dass sich nach einer Arbeitszeit von maximal 80 Minuten eine kleine Pause positiv auf die Konzentration auswirkt. Des Weiteren stärken gemeinsame Pausen das Kollektiv und machen einen positiven Eindruck innerhalb der Belegschaft.
Europas Kaffeekonsum als Sinnbild der Pausenkultur
Wenn man ein Beispiel für den Kaffeekonsum als Pausenkultur anführen möchte, dann wird man schnell fündig. Ein Blick in das benachbarte Italien gibt Aufschlüsse. In Italien ist es Tradition, sich bis zu dreimal täglich bei einer Tasse Espresso in geselliger Runde zu treffen. Dabei stehen besonders der soziale Aspekt und der Genuss des Kaffees im Vordergrund.
Die Schweden halten es ähnlich wie die Italiener. Die Fika ist in Schweden ein fester Pfeiler der skandinavischen Kultur. In ungezwungener Atmosphäre treffen sich hier Vorgesetzte und Mitarbeiter auf Kaffee und Kuchen. Hier stehen gleichermaßen private wie geschäftliche Themen auf der Tagesordnung. Innerhalb Europas rangieren die Schweden mit einem jährlichen Kaffeekonsum von 9,4 kg pro Kopf auf Platz 3. Platz 1 belegt Finnland mit einem Pro-Kopf-Konsum von 10,35 kg, dicht gefolgt von den Niederlanden mit 9,58kg!

Eine Pause alle 80 Minuten steigert nachweislich die Konzentration
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Ein jeder von uns kann von der Kaffeekultur der oben genannten Länder etwas lernen. Eine Pause ist nicht nur gut für unsere Gesundheit und dient dem produktiven Arbeiten, sie ermöglicht auch das Pflegen unserer sozialen Kontakte. Und welche schönere Art und Weise um sich mit Freunden und Bekannten auszutauschen gibt es denn, als eine warme Tasse frisch gebrühten Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen?
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Seitdem wir Menschen Zeugnisse unserer Kultur hinterlassen haben, blicken wir auch in die Sterne. Wir betrachten Objekte in 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung. Jedes Lichtteilchen, Photon genannt, das von den Sternen unsere Augen erreicht, ist meist älter als jeder Mensch, zum Teil älter als die ganze Menschheit. Sei es der Einfluss der Gestirne auf unser Leben, Interesse an der Physik, oder einfach nur der an sich wunderschöne Anblick des Sternenhimmels: Viele Menschen sind fasziniert vom Himmel über uns.
Was bedeutet Astronomie als Hobby
Zu Beginn erst einmal eine Frage, das ist in der Wissenschaft häufig so. Astronomie als Hobby bedeutet, sich in seiner Freizeit mit den Sternen und Planeten zu beschäftigen. Einen so einfache Formulierung bietet viele Möglichkeiten. Sei es, dass man Bücher durch wälzt, oder mit dem Fernrohr oder dem bloßen Auge den Nachthimmel betrachtet. All das ist bereits Teil davon, was man unter Hobby-Astronomie versteht.
Der einfachste Einstieg

Auch ohne Teleskop kann man bei guten Bedingungen viel entdecken. Bildquelle: unsplash.com
Der einfachste Einstieg in das Thema ist tatsächlich einfach hinauszugehen und den Nachthimmel zu betrachten. Interessanter wird es mit einer Sternenkarte, eine Karte des Nachthimmels. Diese kann man kaufen, gibt es aber auch als kostenlose Apps für das Handy. Schon kann man sich auf die Suche nach ersten Objekten wie Planeten und Galaxien machen und ihre Position am Himmel finden. So hab auch ich mit Astronomie als Hobby angefangen. Um den Mond besser zu beobachten und auch große Planeten wie Jupiter zu erkennen, reicht oft schon ein sehr gutes Fernglas.
Noch weiter hinaus – das Budget wählen
Wenn man nun das Bedürfnis hat, Planeten und mehr genauer zu sehen, brauchen wir Menschen Hilfsmittel. Welches Teleskop man kaufen sollte, ist von grundlegend zwei Faktoren abhängig: Dem eigenen Budget und dem, was man beobachten möchte. Ein klassisches Linsenteleskop ermöglicht den Blick auf die Planeten unseres Sonnensystems und den Mond. Wenn man allerdings Galaxien, Sternenwelten und Nebel in Millionen von Lichtjahren sehen will, empfiehlt sich ein Spiegelteleskop. Dieses biete einen größeren Lichteinfall, ist allerdings komplexer aufzubauen. Daher: erst überlegen, was man sehen möchte und zu welchem Budget. Man darf aber keine gestochen scharfen Bilder wie vom Hubble- oder James-Webb-Teleskop erwarten.
Das passende Teleskop finden

Mit einem Linsenteleskop kann man bereits viel am Himmel finden. Bildquelle: unsplash.com
Wer ein bisschen Geld ausgeben möchte, sollte beim Teleskop Kauf nicht gleich zum aller günstigsten greifen. Oft sind diese entweder klein, die Linsenkrümmung nicht gut oder einfach nicht sehr stabil. Wenn ihr gut beobachten wollt, braucht ihr eine stabile Montierung und Stativ. Mein Tipp ist: Sich ein eigenes Limit setzten und schauen, was man in dieser Preisklasse bekommt, eventuell mit einem Code auch ein gutes Angebot herauspicken. Ganz wichtig natürlich, wie im Absatz davor genannt, was möchte man überhaupt sehen? Diese Frage sollte man vor dem Kauf unbedingt für sich geklärt haben. Linsenteleskope sind oft in der Bedienung einfacher und günstiger.
Was man beim Kauf beachten sollte
Einige Punkte worauf man beim Kauf achten sollte habe ich schon genannt. Hier aber noch ein paar weitere Tipps. Am besten ist es, wenn bei dem Teleskop ein Sucher mit dabei ist, oft auch ein Anzeichen dafür, wie professionell es anwendbar ist. Der Sucher sieht aus wie ein Mini-Fernrohr oben auf dem Teleskop. Mit ihm könnt ihr bestimmte Objekte leichter am Himmel finden, dazu später mehr. Das nächste ist die Montierung. Hier gibt es viele verschiedene, für den Anfang reichen aber einfache Montierungen, man muss nicht gleich zur kompliziertesten greifen. Das Stativ sollte allerdings einen stabilen Eindruck machen.
Das Teleskop aufbauen und einrichten

Deep-Space Objekte wie Nebel werden erst mit passender Ausrüstung sichtbar. Bildquelle: unsplash.com
Eurer Teleskop ist geliefert und ihr wollt endlich anfangen? Dabei ist ein bisschen Vorbereitung gefragt. Aufbauen ist meist einfach und Erfolg nach Anleitung. Zum Justieren setzt ihr ein Okular mit kleiner, möglichst kleiner Vergrößerung (paradoxerweise ist das mit der höchsten Zahl drauf) in euer Teleskop. Tagsüber sucht ihr dann ein Objekt in 1-2 km Entfernung mit dem Teleskop, ein auffälliger Kirchturm, Antenne, etc. Jetzt müsst ihr den Sucher so einstellen, dass er das gleiche Objekt zeigt wie euer Teleskop. Jetzt kann euer Einstieg in die Hobby-Astronomie richtig losgehen.
Den passenden Zeitpunkt und Ort finden
Wichtig für die Beobachtung sind die Bedingungen am Ort. Wenn möglich sollte man weiter weg von größeren Städten sein, da diese zu hell in den Himmel leuchten. Manchmal ist es auch gut sich einen erhöhten Punkt mit guter, freier Sicht zu suchen, nicht dass Bäume einem die Sicht auf die Sternenwelten verdecken. Es sollte auch keine zu heiße Sommernacht sein, da sonst die Luft flimmert und die Beobachtung erschwert. Insbesondere wenn man Deep-Space-Objekte wie Nebel oder Galaxien betrachten möchte, sollte es sehr dunkel sein, am besten bei Neumond.
Die erste Nacht

In der ersten Nacht empfiehlt es sich, den Mond zu beobachten. Bildquelle: unsplash.com
In der ersten Nacht empfiehlt es sich etwas Einfaches, am besten den Mond zu betrachten. Die Augen müssen sich erst an das Teleskop gewöhnen. Immer mit einem kleinen Okular (hohe Zahl) anfangen und dann immer näher herangehen. Hierbei muss man immer neu scharf stellen. Wenn man schwierigere Objekte wie Planeten beobachten möchte, sollte man auch dabei genauso vorgehen. Manchmal hilft es dann auch mehrere Minuten hindurchzublicken, dann fallen einem mehr und mehr Details auf, am Anfang scheint alles verschwommen und klein.
Wie geht es weiter?

Die Andromeda-Galaxie ist mit einem Spiegelteleskop gut zu finden. Bildquelle: unsplash.com
Wer tiefer in die Astronomie als Hobby einsteigen will, kann sich noch genauer mit den Ereignissen am Himmel beschäftigen. Venustransite, besondere planetare Positionen, Perseiden und andere Meteoritenschauer, es gibt immer viel zu entdecken. Auch die Sonnenbeobachtung ist möglich, aber Vorsicht! Hierzu ist unbedingt ein passender Filter nötig, ohne diesen erblindet man leicht wenn, man das Teleskop auf die Sonne richtet!
Sternenwelten in Szene setzten – Astrofotografie

Die Bildbearbeitung macht Fotos bei der Astrofotografie so farbenfroh. Bildquelle: unsplash.com
Die Astrofotografie bietet wunderschöne Einblicke in unser Universum, hierzu ist aber tatsächlich eine teurere Ausstattung nötig. Man braucht Adapter, um seine Kamera mit dem Teleskop zu verbinden und eine gute parallaktische Montierung, welche die Verfolgung eines Objektes mit der Erdrotation ermöglicht. Eine lange Belichtungszeit ist ebenfalls notwendig, damit man am Ende auch die Sterne, Nabel und Galaxien sehen kann. Häufig werden die Bilder auch im Nachhinein am PC bearbeitet, um noch deutlicher zu erscheinen.
Warum mit Astronomie als Hobby anfangen?
Das Hobby Astronomie biete viele Möglichkeiten. Man muss nicht Wissenschaftler sein, oder groß an Physik Interesse haben, vielleicht mag man auch nur die Sterne anschauen. Für mich persönlich ist es auch ein schönes Hobby, welches man in Gesellschaft oder alleine betreiben kann. Man kann gemütlich mit Essen, Liegestühlen und Decken zusammen um das Teleskop sitzen und die Sterne und das Universum diskutieren, der Blick in den Himmel lädt dazu ein. In manch eine Nacht habe ich fast nichts Besonderes gesehen, aber die Zeit, die man mit seinen Freunden und Liebsten verbracht hat, bleibt trotzdem in Erinnerung.
Alles beginnt mit einer Vision – ohne sie bewegen wir uns ziellos durchs Leben. Doch wie können wir unsere Visionen auch erfolgreich umsetzen? Eine gute Hilfe hierfür ist das Visionboard, was euch beim Visionen entwickeln hilft.
Im Kern geht es hierbei um die bildliche Darstellung von Visionen, die dazu beitragen soll, Ziele stets vor Augen zu haben und sie letztendlich zu erreichen. Eine große Rolle spielt dabei auch das Unterbewusstsein.
Mit einem Visionboard seid ihr euch unterbewusst bereits bewusst, was ihr als Nächstes tun müsst und bringt somit euer Handeln mit eurer Vision in Einklang und lasst euch nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen. Stattdessen werden die wirklich wichtigen Elemente ins Leben gezogen.
Hier findet ihr in nur 4 Schritten heraus, wie ihr ein perfektes Visionboard erstellen könnt.

Neues Jahr, neue Vorsätze. Diesmal aber wirklich.
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1. Visionen und Ziele definieren
- Schreibt eure Visionen und Ziele auf einem Blatt Papier auf. Seid selbstbewusst, setzt euch keine Grenzen, sondern formuliert alles, was euer Herz begehrt.
- Eine kleine Hilfestellung, um etwas strukturierter vorzugehen, ist eine Einteilung in verschiedene Lebensbereiche. Formuliert zum Beispiel Ziele im Beruf, der Beziehung, der Persönlichkeitsentwicklung oder Body Goals.
- Sehr hilfreich ist auch festzulegen, bis wann man die Ziele erreichen will. Deadlines sind ein gutes Mittel, um positiven Druck auszuüben. Wo möchtet ihr in einem Jahr hin? Wo in 5? Wo in 30? Je nachdem wie weit ihr denkt, könnt ihr euch verschiedene Zeiträume setzen.

Sucht euch die Lebensbereiche aus, die euch etwas bedeuten und legt dort den Fokus.
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2. Visionen und Ziele visualisieren
- Nun ist eure Kreativität gefragt. Visualisiert eure Ziele mithilfe von Bildern, Zitaten oder Symbolen. Wie sieht es in eurer Gefühlswelt aus? Stellt dar, was ihr seht, wenn ihr an eure Vision denkt.
- Druckt im Idealfall die Bilder aus. Sicherlich kannst du das Visionboard auch auf deinem Laptop oder PC darstellen, etwas aber real vor Augen zu haben, hat einen stärkeren Effekt.
- Soziale Medien wie Instagram oder Pinterest, aber auch klassische Zeitschriften können ganz gute Inspirationsquellen sein, falls ihr mal eine Starthilfe benötigt.
- Ordnet letztlich alles den zuvor bestimmten Lebensbereichen zu, um Struktur hereinzubringen.
3. Visionboard gestalten
- Auch hier könnt ihr euch austoben. Ordnet die Bilder, Zitate etc. so an, wie ihr möchtet. Bestimmt dabei euren Untersatz, an dem ihr alles befestigen wollt. Ganz einfache Plakate sind schon ausreichend, ihr könnt aber natürlich auch ein Holzbrett verwenden.
- Digital geht das Ganze natürlich noch viel einfacher. Das digitale Visionboard ist ideal als Hintergrund auf dem Laptop oder Handy. Eben dort, wo du es oft vor Augen hast.

Positioniert euer Visionboard dorthin, wo ihr es ständig vor Augen habt.
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4. Den richtigen Platz finden
- Wichtig ist es nun, das Visionboard am richtigen Ort zu platzieren. Irgendwo im Schrank bringen euch eure Träume schließlich nichts. Positioniert es irgendwo, wo ihr es jeden Tag sehen könnt, sodass ihr eure Visionen und Ziele nach und nach im Unterbewusstsein verankert.
- Daran glauben zwar nicht viele, doch bedankt euch jedes Mal beim Vorbeigehen dafür, dass ihr euer Ziel erreicht.
Wein ist Wein. Naja… nicht ganz. Da gibt es nämlich so einige Unterschiede, um Wein richtig genießen zu können. Während so ziemlich alle von uns zwischen Rotwein und Weißwein unterscheiden können, gibt es noch so andere Attribute, die diejenigen unter uns, welche öfters mal ein Gläschen trinken gekonnt unterscheiden. Lieblich, trocken, halbtrocken. Und dann kommen natürlich die Sommeliers und Experten an, mit den ganzen Aromen, wie Erdig, Nussig, Leder, Pflanze, usw. Im Ernst! Es gibt sogar dafür ein Aroma-Rad, dass einem Laien helfen sollte, die Aromen zu erkennen. Doch am meisten verwundert hat mich, als in einem Restaurant in der Weinkarte Riesling getrennt vom Weißwein gelistet wurde. Gibt es da einen Unterschied?
Heute befassen wir uns damit, wie man am besten Wein richtig genießen kann und was es mit den ganzen Sorten auf sich hat.
Ganz ehrlich: Wein richtig genießen kann man nur, wenn man auch noch dabei richtig gespart hat.

In guter Gesellschaft kann man Wein richtig genießen.
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Wein richtig genießen – die ganzen Faktoren
Anscheinend ist der Konsum von Wein eine Kunst an sich, denn es gibt dabei viel zu beachten. Die Temperatur des Weines, was es dazu zum Essen gibt, der Jahrgang, welches Weinglas verwendet wird und wie der Wein gelagert wird. Dass Glühwein kalt nicht so toll schmeckt, wie kochend warm ist ja klar.
- 6-7 Grad Celsius sollten Champagner, Sekt und Schaumwein haben.
- 9-11 Grad für trockene, junge Weißweine.
- 12-14 Grad für halbtrockene Weine.
- 10-12 Grad für Weißweine mit einem Alter von mindestens 5 Jahren.
- 16-18 Grad sollten Rotweine haben.
Was das Essen betrifft, so eignet sich Weißwein zu Fisch und Desserts, Rotwein hingegen zu Fleisch und Käse.
Je nach Weinglas kommt das Aroma unterschiedlich zur Geltung. Wie und warum? Dafür bin ich zu faul zum Schreiben. Wein sollte unabhängig von der Sorte kühl und dunkel bei Temperaturen zwischen 6 und 20 Grad gelagert werden.
Hat man auf all diese Faktoren geachtet, so sollte man seinen Wein richtig genießen können.

Auf die Lagerung kommt es an.
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Der Rotwein
Ich persönlich bin ein Fan von Rotweinen. Sie sehen edel aus, passen zu meinem überwiegend fleischhaltigen Ernährungsplan und hinterlassen tolle Flecken auf weißen Textilien. Vor allem die lieblichen, süßen, fruchtigen sind mein Favorit. Zudem kommen Rotweine mir vertrauter vor, da sie gefühlt wesentlich häufiger in Film, Fernsehen, Cartoons, Comics, usw. dargestellt werden. Fragt man ein Kind nach der Farbe von Wein, so werden wahrscheinlich die meisten von ihnen „Rot“ sagen. Außerdem ist Rotwein für manche Leute bekömmlicher, da Weißwein einen höheren Säuregehalt hat. Zu den bekanntesten und beliebtesten Rebsorten zählen: Tempranillo, Merlot, Cabernet Franc, Syrah, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir.

Selten hat ein guter Jahrgang Wein mehr als 5 Jahre, wenn er ein Weißwein ist.
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Der Weißwein – Wie ist das jetzt mit dem Riesling?
Okay, nach kurzer Recherche durfte ich feststellen, dass Riesling eine Weißweinsorte, wie Sauvignon Blanc, Chardonnay oder Weißburgunder ist und keine eigene Oberweinart. Dass der Riesling im Restaurant separat gelistet wurde, würde dementsprechend bedeuten, dass das Restaurant einfach nur eine große Auswahl an Rieslingen verschiedener Winzer hatte. Der Vorteil von Weißwein ist, dass er eine recht kurze Reifedauer hat und selten älter als fünf Jahre ist. Zudem hat er einen höheren Alkoholgehalt, was man vor allem im Sommer merkt, wo er wegen der kalten Serviertemperatur vorzugsweise genossen wird.
Fazit
Ihr wisst jetzt, wie ihr Wein richtig genießen könnt, was die Unterschiede sind und ich konnte zudem das Rätsel vom Riesling lösen. Ich persönlich werde mich einfach an das halten, was auf den Etiketten auf der Weinflasche steht und meinen Wein zur Not auch aus einem Cola-Glas trinken, da ich den aromatischen Unterschied eh nicht merken würde und für mich nur zwei Dinge wichtig sind: Geschmack und Alkoholgehalt.
In diesem Sinne: Prost!
Die Arbeit mit Motion-Capture ist keine sehr neue Technologie, gewinnt allerdings zunehmend an Bedeutung, insbesondere in der Gaming-Branche. Wie Schauspiel in der Game-Branche aussehen kann, was von den Darstellern erwartet wird und welche Möglichkeiten es gibt, möchte ich euch heute ein bisschen vorstellen.
Was ist Motion-Capture und Synchro überhaupt?

Schauspiel in der Game-Branche erfordert den Umgang mit wenig Kulisse und anderen Darstellern. Bildquelle: unsplash.com
Motion-Capture bezeichnet erstmal ganz vereinfacht die Nachverfolgung von Bewegungen mittels Computerprogrammen. Das ist nicht nur auf den Gaming- und Film-Bereich beschränkt, sondern betrifft daher auch Bewegungssensoren im technischen Bereich. Dabei wird Motion-Capture für Filme schon seit einiger Zeit verwenden, zum Beispiel in den Herr der Ringe Filmen. Bei Computer-Spielen kommt schon seit etlichen Jahren diese Technik zum Einsatz, hauptsächlich bei der Bewegung von Kampfsportlern in entsprechenden Spielen.
Synchronisation hingegen ist bekannter als Mo-Cap und findet auch schon länger und häufiger Anwendung. Dabei sprechen Schauspieler, oder Synchronsprecher die Textpassagen ein, die später im Spiel für die Spieler zu hören sind.
Aktuell in der Game-Entwicklung mit Schauspiel
In den letzten Jahren entwickelt sich aber ein neuer Trend, der gerade für Schauspieler interessant wurde: in Kombination mit Facial-Motion-Capture, als der Verfolgung von Gesichtsbewegungen, werden Spielcharakter immer mehr den Schauspielern optisch angepasst. Für die Spieler bedeutet das eine realistischere Spielerfahrung, da die Game-Charaktere deutlich menschlicher wirken, da ihre Bewegungen und Gesichtszüge real sind.
Techniken und Umsetzung von Motion-Capture

Vorwiegend ist alles im Spiel von Grafikern 3D animiert. Personen, Gegenstände, Landschaft. Bildquelle: unsplash.com
Bei Motion-Capture wird zwischen zwei Techniken unterschieden: mit Marker und ohne. Der Schauspieler trägt dabei einen Anzug mit sogenannten Markern an wichtigen Stellen wie den Gelenken. Die Marker werden dann vom Computer erfasst und die Bewegung auf einen 3D-Charakter übertragen.
Seit ein paar Jahren hat sich das Motion-Capture ohne Marker entwickelt und stärker durchgesetzt. Dabei wird die Silhouette des Schauspielers oder der Schauspielerin erfasst und aus den verschieden Kameraperspektiven ein 3D Modell generiert. Dadurch können Fehlerquellen, wie etwa falsch angebrachte oder verrutschte Marker verhindert werden und gleichzeitig werden die Bewegungen noch genauer und realistischer erfasst. Auch der technische Aufwand wird dabei deutlich geringer.
Warum Motion-Capture – Die großen Vorteile für Entwickler
Neben der realistischen Charakterdarstellung bietet die Arbeit mit Motion-Capture noch einen weiteren Vorteil für Spieleentwickler: Komplexe Bewegungen wie kämpfen, tanzen oder klettern können deutlich schneller und mit geringerem Aufwand produziert werden als durch herkömmliche Animation.
Synchronisation – seit Jahrzehnten der Klassiker

Die Arbeit in Synchronstudios ist ein wichtiger Teil fürs Schauspiel in der Game-Branche. Bildquelle: unsplash.com
Kommen wir jetzt ein bisschen weg von der technischen Seite und sehen uns Schauspiel in der Game-Branche direkt an. Hierbei zuerst der Klassiker: die Synchronisation.
Bei der Synchronisation wird die Stimme des Schauspielers oder der Schauspielerin aufgenommen. Dies findet in einem Tonstudio statt. Die Darsteller sind dabei meistens alleine in einem Raum und sprechen ihren Text in ein Mikrofon, über Kopfhörer bekommen sie Informationen von den Technikern und Editoren. Manchmal kann es auch sein, dass Stellen wiederholt werden müssen, oder mehrmals aufgezeichnet werden, um die beste Tonspur aussuchen zu können.
Facial-Motion-Capture – Die Darsteller im Fokus
Bei Facial-Motion-Capture steht die Bewegung der Gesichtsmuskel im Vordergrund. Hier bekommen die Schauspieler Marker als Referenzpunkte für die Scanner auf das Gesicht. Oft werden Motion-Capture und Facial-Motion-Capture gleichzeitig durch geführt, wobei die Darsteller ihren Text beherrschen sollten, damit die Gesichtsbewegung auch zum später in der Synchronisation gesprochenen Text passt.
Je nach Projekt können diese Schritte sehr lange und aufwendig sein. Gibt es in dem Spiel viele Cut-Scenes, dann ist dies meist mit viel Arbeit für die Schauspieler verbunden. Bei einigen Spielen wird zusätzlich ein großer Fokus auf die Gesichtsbewegung gelegt, wie etwa bei dem Spiel L.A. Noire, das im Bereich der Arbeit mit Motion-Capture einen Meilenstein darstellte.
Arbeit mit Motion-Capture

Die Arbeit mit Motion-Capture verläuft ähnlich wie die Arbeit in einem Filmstudio, mit wenig Kulisse. Bildquelle: unsplash.com
Motion-Capture ist neben der Synchronisation die Basis fürs Schauspiel in der Game-Branche. Motion-Capture umfasst die Aufzeichnung der gesamten Bewegung im Raum.
Im Studio wird ein bestimmtes Areal eingerichtet, indem die Bewegungen durchgeführt und aufgezeichnet werden. Manchmal werden auch Objekte platziert, wenn es um besondere Abläufe, wie das Überwinden eines Hindernisses, Klettern oder Leitersteigen geht. Es können auch Requisiten zum Einsatz kommen
Die Darsteller bekommen für die Aufzeichnung spezielle Anzüge, die leicht von den Kameras erkannt und verarbeite werden können. In den meisten Fällen sind diese Anzüge eher eng anliegend und weite, wehende Kleidung wird später hinzu animiert.
Chancen für Schauspiel in der Game-Branche

In manchen Fällen wird bei der Arbeit mit Motion-Capture auch mit Gegenständen hantiert. Bildquelle: unsplash.com
Betrachtet man Schauspiel in der Game-Branche im Jahr 2023, so fällt einem auf, dass in den vergangenen Jahren vermehrt mit Schauspielern in der Spieleentwicklung gearbeitet wird. Zum Teil werden dafür bekannte, etablierte Filmschauspieler gecastet, wie etwa Giancarlo Esposito, Keanu Reeves, Karen Fukuhara, Daisy Ridley oder Willem Dafoe, um nur ein paar Namen zu nennen.
In anderen Fällen stellen aber Games auch eine Möglichkeit dar, für eher unbekannte Schauspieler zu zeigen, was sie können und ihre Karriere damit ins Rollen zu bringen. Deshalb ist momentan auch ein guter Zeitpunkt, wenn man versuchen möchte, als Schauspieler*in im Gaming-Bereich anzufangen.
Tipps für Schauspieler*innen und Interessierte
Motion-Capture-Technologie entwickelt sich gerade relativ rapide. Auch die Ausstattung dafür wird günstiger, einfacher und leichter zu erwerben. Immer mehr Indie-Game-Entwickler, also unabhängige Entwickler, ohne große Studios nutzen ebenfalls diese Technologie. Mittlerweile werden auch viele Workshops für Synchro und Mo-Cap angeboten.
Wenn man also in diesem Bereich arbeiten möchte, sollte man sich über kleine Entwicklungsfirmen, Hochschulen und Universitäten mit Game oder Design Studiengängen im Blick haben, dort werden Darsteller oder Modelle für studentische Projekte gesucht. Dazu kann man auf die Seiten der Fakultäten schauen oder in den Gebäuden direkt nach Aushängen suchen.
Denn hier gilt wie generell in der Schauspielbranche: wenn man Connections hat, hat man schon halb gewonnen.
Viele kennen die bayerische Hauptstadt recht gut, aber es gibt auch Münchens unbekannte Geschichte. Es gibt viele schöne Plätze in der Isar-Metropole und auch die ein oder andere Sehenswürdigkeit mit geheimer Geschichte. Wer schon einmal das größte Dorf der Welt (wie München sich gerne selbst bezeichnet) besucht hat, der kennt schon ein paar der bekanntesten Plätze und Wahrzeichen der Stadt. Allen voran die Theresienwiese, welche wohl weltweite Bekanntheit durch das Oktoberfest erlangt hat.
Gerade weil München ein unglaublich beliebtes Touristenziel, auch unter deutschen Touristen ist, werde ich euch in diesem Artikel 3 Plätze vorstellen, die jeder Tourist kennt, die allerdings oft eine Sehenswürdigkeit mit geheimer Geschichte sind.
Marienplatz und Schneiderbräu – die wohl bayerischste Revolution
Bei Thalia könnt ihr tolle Bücher zu München und Münchens Geschichte finden!

Das Alte Rathaus am Marienplatz in München. Kurz dahinter kommt das Schneiderbräu.
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Das Zentrum Münchens schlechthin: der Marienplatz. Früher war dieser Platz vor dem Münchner Rathaus der Schrannenplatz und größter Marktplatz der Stadt. Eine unscheinbare Sehenswürdigkeit mit geheimer Geschichte, eigentlich sogar vielen, von denen man heute nichts ahnt. Der Ort wurde für Hinrichtungen genutzt, Ritterturniere und mehr. Doch ein historisches Ereignis will ich an diesem Platz in den Fokus stellen: den Ausgangspunkt der Münchner Bierrevolution von 1844.
Gehen wir also zurück in das Jahr 1844. Schlechte Ernten führten im gesamten Königreich Bayern zu Rohstoffengpässen, allen voran in Getreide wie Weizen und Gerste. Aufgrund dieser Rohstoffknappheit wurde der Brotpreis erhöht. Das nahm die bayerische Bevölkerung hin, wenn auch ungern. Das Fass zum Überlaufen brachte ein Beschluss des Königs, Ludwig I., am 1. März: Der staatliche festgelegte Bierpreis wurde um einen Pfennig erhöht und noch am selben Abend zeigte sich in der sonst friedlichen Stadt von einer revolutionären und chaotischen Seite.
Eine aufgebrachte Menge am Getreidemarkt auf dem Marienplatz begann das nahegelegen Maderbräu, heute Schneiderbräu zu stürmen. Fensterscheiben wurden zertrümmert, das Mobiliar beschädigt, Bier gestohlen. Damit hatte eine Revolution begonnen, in der ganzen Stadt wurden Brauereien und Wirtshäuser gestürmt, deren Mobiliar als Barrikaden genutzt. Schon mal davon gehört? Hier kann man wohl wirklich über Münchens unbekannte Geschichte und die des ganzen Landes Bayerns sprechen.
In den folgenden Tagen wurde das Militär geschickt, um die Lage zu beruhigen, allerdings sympathisierten die Soldaten mit den Revolutionären und verweigerten die Befehle. Letztendlich konnte die Masse doch besänftigt werden. Bereits am 4. März wurde der Erlass zurückgenommen und Freibier auf Staatskosten verteilt. Frieden auf Bayerisch. Und so zeigte sich ein unbekanntes München der Revolutionäre, doch noch in einem bekannten Gesicht.
Ganz unbedeutend blieb das Ereignis nicht. Auch die Revolutionen im März 1848 waren in München stark an den Bierpreis geknüpft. Sogar der berühmte Denker Friedrich Engels schrieb darüber. Dieser befand sich zwar bereits zu diesem Zeitpunkt in England, schrieb allerdings bereits im Mai 1844 über die „Beer Riots in Bavaria“ und den Einfluss von Demonstrationen und Revolten auf die Machthabenden.
Auch wenn es das Maderbräu heute nicht mehr gibt, so befindet sich heute im selben Gebäude nur ein paar Straßen neben dem Marienplatz das Gasthaus Schneiderbräu. Somit ist eigentlich auch dieses Lokal auch eine Sehenswürdigkeit mit geheimer Geschichte.
Odeonsplatz – bekannte Sehenswürdigkeit mit geheimer Geschichte
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Die Ludwigstraße mit Blickrichtung Odeonsplatz und der Feldherrnhalle am Ende. 8/8 Elefanten können diese Route empfehlen.
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Geht man nun in München am Rathaus vorbei, kommt man bald auch schon zum Odeonsplatz mit der beeindruckenden Feldherrnhalle und die Fassade der Münchner Residenz. Vieles an diesem Platz könnte man als geheime Geschichte bezeichnen, so zum Beispiel, dass hier der Putschversuch Hitlers unter Schüssen der bayerischen Polizisten gestoppt wurde und der spätere Diktator selbst nur um ein Haar überlebt hatte. Der Mann neben ihn, als auch sein Leibwächter wurden von Kugeln der Polizei tödlich getroffen. Wir blicken jedoch in das Jahr 1888, denn hier präsentierte sich erneut Münchens unbekannte Geschichte.
Ende Juli 1888 feierte das Königreich (etwas verspätet, aber nur um 2 Jahre) den 100. Geburtstag des bereits verstorbenen Monarchen Ludwig I. mit großen Festen und Paraden. Spektakulär muss es ausgesehen haben: Straßenlokomotiven als Festwägen, Blaskapellen und Zirkusgruppen. Mehr oder minder sollte alles gezeigt werden, was das 19. Jahrhundert zu bieten hatte und was sich das kleine Königreich am Alpenrand leisten konnte. So schön wie die Feier auch geplant war, so tragisch war ihr Ende.
Als eine Gruppe aus acht Indischen Elefanten gerade vor der Residenz am Odeonsplatz vorbeimarschierten, stieß eine Straßenlokomotive Dampf ab, das ließ die Vierbeiner aufschrecken, deren Verhalten ließ wiederum die Zuschauer aufschrecken und das wieder die Elefanten noch mehr. Die Elefanten rissen sich von ihren Ketten los und liefen panisch durch die Stadt, unter den Menschen brach eine Massenpanik aus, welche 4 Menschen das Leben kostete und 42 Verletzte hinterließ. Der Eigentümer der Elefanten, der berühmte Zoo- und Zirkusbesitzer Carl Hagenbeck, als auch eine Elefantenreiterin wurden ebenfalls verletzt.
Die panische Flucht der Elefanten führte sie durch verschiedene Teile der Residenz, wobei sie sogar das Tor der Königlichen Münze (dem Finanzamt und Münzprägeanstalt) durchbrachen und in das Gebäude gelangten. Weiter ging es über den Viktualienmarkt und zur Auenstraße, wo ihre Flucht endete. Mit der Hilfe von Armee, Polizei und Feuerwehr konnten die sonst eher sanftmütigen Vierbeiner gestoppt und beruhigt werden.
Carl Hagenbeck äußerte sich mehrfach zum Vorfall in verschiedenen Zeitungen und sah vor allem die Münchner, welche aus Angst schrien, wegliefen und nach den Elefanten schlugen als schuldig. Die Elefanten hätten sich am vernünftigsten benommen, die Bevölkerung die Katastrophe selbst herbeigeführt. Unter den vielen Ereignissen dieses Platzes ist diese Massenpanik eine kaum bekannte Tragödie und macht den Odeonsplatz zu einer Sehenswürdigkeit mit geheimer Geschichte.
Stachus – Münchens unbekannte Geschichte, Rotes München
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Das Karlstor am Stachus. Hier war die letzte Front im Häuserkampf um die Räterepublik
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Jetzt kommen wir zu unserem letzten Abschnitt. Auch hier erwartet uns eine Sehenswürdigkeit mit geheimer Geschichte, die kaum jemand, sogar selbst viele Münchner nicht wissen. Aber erst ein bisschen Vorwissen aufbauen: Am Ende des 1. Weltkrieges fand in Bayern eine Revolution statt, der König wurde abgesetzt und in München folgte eine sozialdemokratische Regierung.
Mit der Ermordung Kurt Eisners, des bayerischen Präsidenten, folgte eine Zeit von Umbrüchen und Regierungswechseln. Letztlich mit einer demokratischen SPD-Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Hoffmann. Am spektakulärsten ist jedoch die Ausrufung der Münchner Räterepublik im April 1919 und damit nach Russland und Ungarn das dritte sozialistische Land der Geschichte. Die Regierung Hoffmann flieht nach Bamberg, Armeeteile in München und Ingolstadt erklären sich zur Roten Armee und Roten Garde. Das sozialistische Bayern ist auch Münchens unbekannte Geschichte. Im eher konservativen Bayern heute kaum vorstellbar, aber das ist wohl auch eine Nachwirkung dieser Zeit.
Nachdem ein Putschversuch durch republiktreue Truppen am Hauptbahnhof, in der Nähe des Stachus niedergeschlagen wird, fordert die Exilregierung Unterstützung aus der Weimarer Republik an und diese kommt durch Reichswehr und rechtsextreme Freikorps aus dem von Bayern gehassten Preußen. Zuerst gelingt den Roten bei Dachau ein wichtiger Sieg und das, obwohl ihre Armee unvorstellbar chaotisch organisiert war. Militärisches Gehabe gab es nicht, alle wurden mit „Du“ angesprochen, Befehle kamen nicht von oben, sondern wurden demokratisch beschlossen, auch die Offiziere gewählt und letztendlich war es jedem Soldaten frei gestellt, ob er auf einen Einsatz mitkommen möchte oder nicht. Auch zwei Flugzeuge hatte man, die waren aber beide sabotiert und nicht einsatzbereit. Der gewählte Kommandant Ernst Toller war ein bekennender Pazifist. Sogar Kontakt zu Lenin und der erst 1917 gegründeten Sowjetunionweit, selbst im Bürgerkrieg verstrickt, wird aufgenommen.
Am 1. Mai kam es zu Kämpfen zwischen Weimarer-Truppen, Freikorps und der Roten Armee. Und hier beginnt, was für mich den Karlsplatz, oder auch Stachus zu einer Sehenswürdigkeit mit geheimer Geschichte macht. An diesem beliebten Treffpunkt an der Innenstadt, nahe dem Hauptbahnhof, hoben die Rotarmisten Gräben aus und verschanzten sich. Es kam zum erbitterten Häuserkampf, mit gepanzerten Fahrzeugen, einer kleinen Luftschlacht über der Stadt und an die 600 Tote, darunter ca. 300 Zivilisten. Die meisten Gebäude zwischen dem Hauptbahnhof und Stachus wurden schwerbeschädigt und vonseiten der Reichswehr und Freikorps kamen sogar Flammenwerfer zum Einsatz. Zwei Tage lang wurde Krieg geführt, dann fiel der sozialistische Staat.
In der Folgezeit wurden vor allem Linksextremisten vom Staat verfolgt, auf dem rechten Auge war man blind. In den Wochen nach den Ereignissen starben zwischen 600 und 1000 Menschen, darunter auch Frauen und Kinder durch Verfolgung, Folter und Hinrichtung ohne Prozess. Diese Phase wird daher auch als weißer Terror bezeichnet, an einigen Häusern der Stadt kann man vereinzelt Gedenktafeln für die Opfer dieser Zeit finden. Heute weiß kaum jemand, welche geheime Geschichte sich am Stachus vor knapp 100 Jahren abspielte. Verglichen zur heutigen, friedlichen Isar-Stadt, ein ganz anderes Bild und ist Münchens unbekannte Geschichte.
In den letzten Jahren hat in der Geschichtsforschung das Interesse an diesem Kapitel der bayerischen Geschichte deutlich zugenommen, noch sind aber nicht alle Archive zu dieser Zeit durchforstet und es gibt noch viel zu erforschen. Denn gerade die Befürchtung, ein neuer kommunistischer Staat könnte in Bayern entstehen, sorgte mit Propaganda gegen Linke und Inhaftierungen führt aus Sicht einiger Historiker dazu, dass der Faschismus sich in München ungestört entfalten konnte. Man sieht, Münchens unbekannte Geschichte ist immer noch Teil der Forschung, denn der Zusammenhang zwischen dem Fall des kommunistischen Staates hängt auch mit dem Aufstieg Hitlers zusammen.
Ich hoffe, euch hat dieser kleine Ausflug in Münchens unbekannte Geschichte gefallen. Vielleicht wollt ihr ja selbst einmal die ein oder andere Sehenswürdigkeit mit geheimer Geschichte in der bayerischen Hauptstadt besichtigen.
Wenn man an spektakuläre Reisen der Geschichte denkt, dann denken die meisten wahrscheinlich an Kolumbus, Marco Polo und Co. Daher präsentiere ich euch heute 4 Abenteurer*innen von denen die meisten wahrscheinlich noch nie gehört haben!
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Polarlichter bei Norwegen, wie sie auch Phyteas gesehen hat
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Phyteas von Massalia – Odyssee in den Norden
Gehen wir jetzt ein bisschen Chronologisch vor und beginnen mit der Antike. Phyteas von Massalia war ein griechischer Seefahrer und Abenteurer, aufgewachsen in der Gegend rund um die griechische Kolonie Massalia, das heutige Marseille in Südfrankreich. Geboren wurde er um das Jahr 370 v. Chr., also einer Zeit in der der Mittelmeerraum florierte, aber Nord-Europa noch ein dunkler Fleck auf der Landkarte war. Seine spektakuläre Reisen dorthin machten ihn in der Antike zu einer Berühmtheit.
Phyteas bereiste wahrscheinlich schon früh verschiedene Orte am Mittelmeer, sonst weiß man fast nichts über diesen Mann. Bis er ca. um das Jahr 320 v. Chr. Zu einer Reise in das bis dato unbekannte Nord-Europa aufbrach. Zwei mögliche Reiserouten kommen dabei auf: zum einen könnte er an Gibraltar vorbei gesegelt sein und die iberische Halbinsel umschifft haben, oder aber über die Flüsse des heutigen Frankreichs die Atlantikküste erreicht haben.
Und ab dort beginnt eigentlich der spektakuläre und bekanntere Teil seiner Reise. Mit einem Schiff reiste er in Richtung der britischen Inseln, welche den Griechen zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt waren. An der Westküste Großbritanniens entlang zog er weiter Richtung Norden. Er vermaß die Küstenlinie und berichtete von den Handelsprodukten der Gegend. Aaußerdem konnte er noch eine Entdeckung machen: Gezeiten. Im Mittelmeer, insbesondere Griechenland sind die Gezeiten kaum merklich, am Atlantik und in der Nordsee werden jedoch bei Ebbe ganze Landstiche frei von Wasser.
Erstaunlich ist auch, dass Phyteas präzise seine Position mittels des Sonnenstandes und der Sterne navigiert. So berechnet er auch den Abstand von Schottland zu seiner Heimatstadt erstaunlich gut. Was für viel Spekulationen sorgte und immer noch diskutiert wird ist seine nächste Entdeckung: die Insel Thule. In den antiken Schriften steht, dass Phyteas Richtung Norden segelte, wo die Tage im Sommer immer länger wurden und die Nächte im Winter. Dort findet er die Insel Thule vor, und beschreibt Polarlichter. Heute fragen sich Historiker: welche Insel hat der Abenteuere nun wirklich bereist? War es Island? Die Orkney-Inseln? Oder hielt der antike Entdecker die Küste Norwegens für eine Insel, da ihm nicht klar war, dass Skandinavien eine Halbinsel ist?
So spannend auch Phyteas spektakuläre Reisen sind, gibt es ein großes Problem: der original Bericht ist nicht erhalten, keine einzige Kopie. Alles was wir wissen kommt daher, dass andere Autoren der Antike seinen Bericht häufig zitierten, noch dazu schwierig, da diese Autoren sich auch gegenseitig kritisierten den Bericht falsch zu interpretieren. Wir wissen auch nicht ob er mehrere spektakuläre Reisen in den Norden unternommen hat. Am Ende bleiben mehr Fragen als Antworten zu Phyteas Reise in den Norden, eines ist jedoch sicher: er war wohl einer der bedeutendsten Abenteuere und Entdecker seiner Zeit, ein realer Odysseus.

Jurten in Zentralasien, ein Bild wie es sich Carpine geboten haben könnte
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Giovanni da Pian del Carpine – Spion oder Diplomat?
Der nächste große Abenteurer den ich euch vorstellen möchte ist Giovanni da Pian del Carpine. Hinter diesem langen italienischen Namen verbirgt sich ein Franziskaner-Missionar des Mittelalters. Carpine (Wie ich ihn jetzt nennen werde, da der Name einfach zu lang ist) war ein Franziskaner der ersten Stunde: er war ein persönlicher Freund von Franz von Assisi und schon früh von dessen Lehren angetan. Geboren war er in Umbrien um das Jahr 1185. Später war er als Missionar in Tunesien, Spanien und Sachsen unterwegs. Doch das Europa des Mittelalters wurde im Jahr 1241 plötzlich mit einer Gewalt konfrontiert, mit der keiner gerechnet hatte: ein gewaltiges Reiterherr aus Asien griff Europa an, die Mongolen.
Die Könige Osteuropas baten den Papst um Rat und dieser beschloss eine Diplomatische Mission in das Reich der Mongolen loszuschicken. Auf Grund seiner Erfahrung wählte der Pabst Carpine im Jahr 1245 als seinen persönlichen Diplomaten und Spion. Ausgestattet mit einem päpstlichen Brief macht dieser sich von Frankreich aus auf eine lange Reise in einen Teil der Welt, den bis dahin noch kein Europäer bereist hatte. Und nur wenige begaben sich auf so spektakuläre Reisen, wodurch er unbewusst zu einem großen Abenteurer der Geschichte wurde.
Der päpstliche Brief ermöglichte es Carpine in Europa an Fürstenhöfen zu essen und zu nächtigen und meistens wurde er von lokalen Rittern zum Schutz eskortiert. Bis er schließlich die grenze des mongolischen Imperiums erreichte, die besetzte Stadt Kiew. Nach zähen Verhandlungen mit einem lokalen Offizier der mongolischen Armee durfte er schließlich weiter in die Stadt Sarai an der Wolga reisen, nun stets begleite von mongolischen Leibwächtern. Dort traf er auf Batu Khan, welchen Carpine für den Großkönig der Mongolen hielt.
Von Batu Khan schickte Carpine weiter Richtung Osten. Dieser tat sich schwer dem Tempo seiner Begleiter nachzukommen. Zwar waren sie alle zu Pferd unterwegs, Ritten allerdings von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und durchquerten dabei ganz Zentralasien in nur ca. 60 Tagen. In der Mongolei angekommen, erreicht er die Hauptstadt zwar nicht, allerdings kam er in ein Jurten-Lager welches errichtet wurde um den neuen Großkhan der Mongolen zu wählen. Damit war auch schon eine weitere Frage geklärt: der Feldzug wurde abgebrochen, da der Großkhan gestorben war.
Nach einer Audienz, die aber ohne großen Erfolg blieb reiste er nach einigen Monaten zurück. Bei einem Gespräch mit indischen Gesandten stellte er fest, das seine spektakulären Reisen ihn weiter nach Osten führten, als irgendein damals bekannter europäischer Abenteuer zuvor. Wieder in Europa angekommen wurde er zu einem gefragten Experten an den Fürstenhöfen und sein Buch, die „Geschichte der Mongolen“ wurde zu einem der meist kopierten und gekauften Bücher. Allerdings währte sein Ruh nicht lange, da bereits ein paar Jahrzehnte später Marco Polo, ein deutlich bekannterer Abenteurer aus der Geschichte nach Asien reiste und einen Buch über die Mongolen schrieb. Dennoch stellen die spektakulären Reisen des Giovanni da Pian del Carpine einen bedeutenden Meilenstein im Kontakt zwischen Ost und West dar.

Auf diesem Globus aus der Zeit von Hasekura segelt ein Schiff Richtung Spanien, wie passend.
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Hasekura Tsunenaga – ein japanischer Abenteurer im Westen
Unser nächster Abenteurer aus der Geschichte kam aus dem Osten und reiste in den Westen: Hasekura Tsunenaga. Ein japanischer Samurai und Diplomat. Hasekura wurde 1571 geboren, einer Zeit in der sich Japan im seit Jahrzehnten in einer Art Bürgerkrieg befand. Er wuchs als Samurai auf und war in mehreren Kriegszügen dabei. Japan fand etwa 1600 endlich Frieden und eine neue Ära war angebrochen. Im Jahr 1612 sollte eine diplomatische Mission den Kontakt zu Spanien und dem Papst vertiefen. Zur Planung der Mission ernannte der Shogun, der Militärherrscher Japans, den Fürsten von Sendai im Norden Japans. Dieser wiederum ernannte seinen Gefolgsmann Hasekura Tsunenga zum Leiter der Mission und machen ihn damit zu einen der berühmtesten japanischen Abenteurer der Geschichte.
Hasekuras spektakuläre Reisen begannen 1613 in Japan, als er auf eine Galeone nach spanischem Vorbild stieg, welche innerhalb von nur 45 Tagen in Japan gebaut wurde. Das erste Ziel der Reise war Mexiko, damals eine spanische Kolonie. Die meisten japanischen Seeleute warteten hier mit ihrem Schiff auf die Rückfahrt, während Hasekura und weitere Begleiter die Reise nach Europa auf einem spanischen Schiff fortsetzten. Damit begann das wichtigste Kapitel seiner spektakulären Reisen.
1614 erreichte er Europa. Dort traf er den spanischen König, bereiste den Süden Frankreichs und lernte den Papst in einer Audienz in Rom persönlich kennen. Zurück führte sein Weg wieder über Spanien, Mexiko und letztlich die Philippinen. Dort verzögerte sich die Weiterreise, da Spanien im Krieg mit Holland war und das Schiff benötigt wurde um gegen die Holländer zu kämpfen. 1620 erreichte er wieder Japan. Nun einer der berühmtesten Abenteuer der Geschichte Japans.
Doch seine Heimat hatte sich verändert. Japan steuerte immer mehr einen Kurs der Isolation an. Das Christentum wurde verboten und Hasekuras spektakuläre Reisen und seine diplomatische Mission schienen auf einmal nutzlos. Möglicherweise auch Hasekuras Berichte über die Macht Spaniens und der Umgang Spaniens mit den Kolonien hatten Einfluss auf die Entscheidung des Shoguns den Handel mit Spanien zu beenden und Japan letztlich für ca. 250 Jahre zu isolieren.
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Das Schloss Nymphenburg in München. In diesen Gärten verbrachte Therese in ihrer Jugend viel Zeit.
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Prinzessin Therese von Bayern – ihre spektakuläre Reisen und Forschungen
Zu guter Letzt ist unser letzter großer Abenteurer der Geschichte eigentlich eine Abenteurerin! Therese wurde 1850 in die Bayerische Königsfamilie geboren, als Tochter des späteren Prinzregenten Luitpold und Schwester des späteren König Ludwig III. Aber das Leben als Prinzessin war nicht für Theres, sie sehnte sich schon früh danach auf spektakuläre Reisen zu gehen, die Natur und die Welt zu erforschen. Sie bildete sich selbst in vielen Bereichen wie Ethnologie, Biologie und Geologie, da es Frauen nicht erlaubt war an Universitäten zu studieren.
Mit 21 Jahren begann sie Europa und Nordafrika zu bereisen und lernte dabei 12 Sprachen! Ab 1880 bereiste sie mehrfach über Monate hinweg Amerika und erforschte dort die Kulturen, Tiere und Pflanzen des Kontinents. Sie besuchte die Stämme der Great Plains und des Südwestens der USA und lernte ihre Kultur und Bräuche. 1897 erhielt sie, ohne je studiert zu haben und obwohl sie eine Frau war einen Ehrendoktor der Philosophie an der Universität in München. Tatsächlich hat ihr Vater 1903 als Prinzregent das Studium für Frauen erlaubt, wohl auch durch ihren Einfluss.
Thereses nächste spektakuläre Reisen führten sie nach Südamerika, wo sie ein halbes Jahr lang den Kontinent bereiste und mehrere Fisch und Pflanzenarten für die Wissenschaft neuentdeckte. Auch baute sie Kontakt zu vielen indigenen Völkern auf, die vorher in Europa vollkommen unbekannt waren. Allein diese Reise sollte ihr einen Platz unter denen geben, die als „große Abenteurer der Geschichte“ gelten.
Zuletzt lebte sie in einer Villa nahe der Stadt Lindau am Bodensee, wo sie 1925 verstarb. Ihre Sammlungen vererbte sie an Münchner Museen, wie das Museum der Fünf Kontinente und die Zoologische Staatssammlung. Somit schaffte Therese von Bayern durch spektakuläre Reisen ganze Museen zu füllen.
Ich hoffe euch hat dieser Ausflug in die Vergangenheit gefallen und vielleicht auch inspiriert mehr über diese Personen zu erfahren, ihre Reiseberichte zu lesen, oder vielleicht auch selbst auf spektakuläre Resien zu gehen.
